Motorradunfälle: Verzichten Sie nicht auf die Lederkluft

Das Unfallrisiko ist für Motorradfahrer rund zwölfmal höher als für Pkw-Lenker. Auf passende Schutzausrüstung wird dennoch viel zu oft verzichtet.

Laut vorläufigen Zahlen starben im Vorjahr 99 Menschen in Österreich bei Motorradunfällen. Moped- oder Motorradlenker haben bei einem Unfall keine Knautschzone, betont der Versicherungsverband. Eine gute Schutzkleidung müsse daher eine Selbstverständlichkeit sein – auch im Sommer. Dazu gehören Helm, Motorrad-Jacke und -Hose (inklusive Protektoren), Stiefel und Handschuhe.

Wie gut Motorrad-, Roller- und Mopedfahrer in Österreich mit Schutzkleidung ausgerüstet sind, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in Ortsgebieten österreichweit erhoben. Fazit: Vor allem im städtischen Bereich wird gerne auf die Schutzausrüstung verzichtet. So trugen von 1.364 beobachteten Motorradfahrern nur 57% eine Motorradjacke und 30% eine Motorradhose. Von 2.136 Moped- und Rollerfahrern waren nur sechs Prozent mit Motorradjacke unterwegs, eine Motorradhose trugen nur ein Prozent. Jeder achte Motorradfahrer im Ortsgebiet trug eine kurze Hose und ein kurzärmliges Oberteil, bei den Mopedfahrern sogar jeder Dritte.

Das kann sich nach einem Unfall auch finanziell auswirken: So musste ein Motorradlenker, der mit Jeans und Turnschuhen bekleidet kurz zu einer Tankstelle gefahren war und nach der unverschuldeten Kollision mit einem Pkw schwer verletzt wurde, eine deutliche Kürzung des Schmerzensgeldes hinnehmen. Der Oberste Gerichtshof argumentierte, dass die Verletzungen nicht so schwer ausgefallen wären, hätte das Unfallopfer eine Motorradhose und Lederstiefel getragen.

Powered by WPeMatico

2019-04-30T03:09:55+02:00