Wenn ärztliche Kunst versagt, ist Versicherungsschutz gefragt

Wer nach einem Behandlungsfehler um sein Recht kämpft, braucht manchmal einen langen Atem. Und die richtige Versicherung, wie ein Beispiel aus der Praxis zeigt.

Ein Patient, nennen wir ihn Heribert H., wird wegen Nierensteinen stationär im Krankenhaus aufgenommen. Beim Versuch, den Nierenstein zu zertrümmern, kommt es zu einem hoch gefährlichen Pneumothorax, einer Luftansammlung im Brustfellraum. Heribert H. wacht mit stechenden Schmerzen aus der Narkose auf der Intensivstation auf. Die Schmerzen verfolgen ihn wochenlang, was zu psychischen Problemen führt.

Herr H. bringt Klage gegen die Betreiber des Krankenhauses ein. Vor Gericht stellt sich heraus, dass er nicht über die Gefahr eines Pneumothorax informiert wurde. Der Anästhesiebericht ist nahezu unleserlich, so dass nicht geklärt werden kann, wie es zu der Luftansammlung im Brustfellraum kommen konnte. Ein Gutachten attestiert, dass kein ärztlicher Kunstfehler vorlag. Das Gericht kommt jedoch zum Schluss, dass die Anästhesistin ihre Dokumentationspflicht vernachlässigt habe. Heribert H. wird ein Schmerzensgeld in Höhe von 4.400 Euro zugesprochen.

Der beklagte Krankenhausbetreiber beruft jedoch gegen das Urteil. Der Berufung wird nicht stattgegeben, allerdings entscheidet das Berufungsgericht, dass Herr H. rund die Hälfte der Kosten des Verfahrens der ersten Instanz – knapp 4.200 Euro – übernehmen muss, da seine Klage auf Verunstaltungsentschädigung zu Recht abgewiesen wurde.

Glücklicher Weise hat Heribert H. eine Rechtsschutzversicherung, die auch den Baustein Patientenrechtsschutz enthält. Sie übernimmt zur Gänze die Verfahrenskosten. Rechtsschutzversicherungen funktionieren nach dem Baustein-Prinzip. Daher ist es besonders wichtig, vor Abschluss die individuelle Risikosituation und den Bedarf zu erheben.

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2019-01-29T03:09:40+02:00